Für 25 Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Wiehl gab es in der vergangenen Woche nicht nur die obligatorischen Halbjahreszeugnisse, sondern zusätzlich eine ganz besondere Auszeichnung. Die Zehntklässler hatten sich für das TOB-Chancen-Programm beworben und im Rahmen dieses Projekts über 100 Stunden ehrenamtlich in verschiedenen sozialen Einrichtungen außerhalb der Schulzeit gearbeitet.

Für dieses außergewöhnliche Engagement erhielten die Jugendlichen in den Räumen der AggerEnergie neben dem von ihrer Schule und der Stadt Wiehl ausgestellten Zeugnis, ein von Landrat Jochen Hagt unterzeichnetes Zertifikat für ihr 40 Stunden umfassendes Sozialpraktikum. Gastgeber und Personalleiter der AggerEnergie, Heinz-Peter Schröder, lobte in seiner Begrüßungsansprache vor den Eltern und Lehrern die nicht selbstverständliche Bereitschaft der Absolventen sich außerhalb der Schule zu engagieren. Indem er auf die seit 2006 ständig gestiegenen Zahl der unterschiedlichen Ausbildungsplätze in seinem Unternehmen hinwies, warb er indirekt um die engagierten und motivierten künftigen Schulabgänger. Michael Schell, Erster Beigeordneter der Stadt Wiehl und Mitinitiator des Exzellenzprogramms am Bielsteiner Schulzentrum, hob in seiner Rede die Individualität jeder Einzelnen und jedes Einzelnen hervor und brachte ihnen seine Wertschätzung entgegen. „Ihr habt es geschafft! Ihr habt durch gehalten!“


Genauso, wie jeder für ein Scheitern oder schlechte Noten meist selbst verantwortlich sei, hätten die Anwesenden sich aber auch selbst entschieden das Programm und den damit verbundenen Verpflichtungen fristgerecht nach zu kommen. Genau dieses Durchhaltevermögen erfüllte Schulleiterin Anita Kallikat mit Stolz und sie dankte ihren Schülerinnen und Schülern ausdrücklich dafür, dass sie die TOB an den unterschiedlichsten Orten in Wiehl so gut repräsentiert haben.

Eindrucksvoll berichteten Annabel und Lea stellvertretend für alle Geehrten von ihren positiven Erfahrungen während des Programms. Anhand ihrer selbst gestalteten Collagen schilderten die beiden, was sie alles vor allem auch über sich selbst gelernt haben – unter anderem klar zu formulieren, welche Ziele und Wünsche sie für ihr privates und berufliches Leben haben und was sie dafür tun müssen. Lea schreibt seit ihr Kindheit gerne Geschichten und möchte Schriftstellerin werden. Annabell möchte künftig eine eigene Firma haben. Diese Pläne so selbstbewusst und klar auszusprechen ist nicht für jeden Jugendlichen selbstverständlich.

Genau dies ist ein Schwerpunkt des Programms. Nach dem Motto, indem ich etwas für andere und die Allgemeinheit tue, erfahre ich ganz viel über mich selbst und tue damit auch mir etwas Gutes. Isa Faulenbach, Leiterin der Berufsorientierung an der TOB, und ihre Kollegin Vanessa Ogschall machten gar keinen Hehl aus der Tatsache, dass sie die Jugendlichen auch oft herausgefordert und an Grenzen gebracht haben, wenn beispielsweise Termine extra kurzfristig einzuhalten waren.

„Diese Flexibilität, verbunden mit der Bereitschaft sich auch auf ungewohnte Situationen einzulassen, ist eine wichtige Schlüsselqualifikation sowohl im Berufsleben, als auch im privaten Alltag“, ist Faulenbach überzeugt. Mit dem Hinweis auf eine Studie, die besagt, dass Menschen, die sich in ihrer Jugend sozial engagieren, dies auch als Erwachsene täten, verband Isa Faulenbach die Hoffnung, „dass dies auch auf Euch zu trifft. Die Gesellschaft braucht Euch! Wir brauchen Euch!“, rief Faulenbach den Jugendlichen zu.

Neben der Aggerenergie, der Stadt Wiehl, der Generation Clever sowie OK Oberberg unterstützen zahlreiche Kooperationspartner der TOB das Exzellenzprogramm der Sekundarschule Wiehl.